Multifokallinsen und Bifokallinsen

Brillenträger wissen um die Möglichkeiten von Einstärken-Linsen, die zur Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit verwendet werden können. Man nennt sie auch asphärische Kontaktlinsen. Weniger bekannt ist, dass bereits Ende der 50er Jahre so genannte Multifokallinsen hergestellt wurden, die außerdem die Alterssichtigkeit (Presbyopie) ausgleichen.

Meist lässt die Fähigkeit der Augen, sich auf kurze Distanzen einzustellen, circa mit Beginn des vierten Lebensjahrzehnts kontinuierlich nach. Dieser natürliche Prozess ist als Alterssichtigkeit oder auch Presbyopie bekannt. Durch Krankheit verursachte Veränderungen der Augen sowie Verletzungen können ebenfalls dazu führen, dass eine Nahkorrektur vorgenommen werden muss.
Um eben nicht nur eine Kurz- bzw. Weitsichtigkeit zu korrigieren, wird in den zuletzt genannten Fällen eine Sehhilfe benötigt, die das deutliche Sehen auch bei unterschiedlichen Entfernungen erlaubt.

Mit Beginn der 80er Jahre wurden die so genannten Multifokallinsen immer häufiger nachgefragt. Heutzutage rät der Augenarzt entsprechend den persönlichen, physiologischen Gegebenheiten zu konzentrischen Multifokallinsen, segmentförmigen Bifokallinsen oder der Sonderform Monovisionstechnik. Dabei kann der Patient wählen zwischen harten und formstabilen Kontaktlinsen sowie weichen Hydrogel-Linsen.

Bei konzentrischen Multifokallinsen werden zwei oder mehrere ringförmige Sehzonen konzentrisch angeordnet. Ständige Verbesserungen hinsichtlich der Fertigungstechnik erlauben es, dass inzwischen die Bereiche fließend ineinander übergehen, so dass unterschiedliche optische Zonen zeitgleich genutzt werden können. Deshalb wird dies auch simultanes - also gleichzeitiges - Sehen genannt, wobei das Auge intuitiv jeweils aus der Nähe oder Ferne das gewünschte Bild aussucht.

Segmentförmige Bifokallinsen stellen ein alternierendes, abwechselndes System dar, weil sie zwei segmentförmige optische Zonen mit unterschiedlicher Wirkung haben. Die Kurzsichtigkeit wird korrigiert, indem die obere optische Zone für die Fernsicht eingesetzt wird. Dreht der Patient beim Nahsehen den Blick nach unten, wird die Kontaktlinse durch das Unterlid hochgeschoben und somit sieht er durch den Nahbereich.
Nicht ganz unumstritten ist der Einsatz der Monovisionstechnik, die darauf basiert, ein Auge für die Fernsicht und das andere für die Nähe mit Kontaktlinsen zu versehen. Das stereoskopische beidseitige Sehen wird dadurch beeinträchtigt.

Möchte man also auf eine Brille mit Gleitsichtgläsern oder eingeschliffenem Lesebereich verzichten, bieten moderne Multifokallinsen hier eine gute Alternative. Es empfiehlt sich jedoch, Multifokallinsen aufgrund ihrer Komplexität durch einen auf Kontaktlinsen spezialisierten Optiker oder den Augenarzt anpassen zu lassen.
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